Kuala Lumpur
Kuala Lumpur ist eine ganz moderne Stadt. Manchmal bin ich mir fast wie in Wien vorgekommen. Der öffentliche Verkehr ist sehr gut ausgebaut. Es gibt S-Bahnen, U-Bahnen, Busse und sogar eine Monorail. Ideal zum Besichtigen. Doch natürlich hat die Stadt ihren eigenen Flair. Einzigartig war für mich die Mischung an Gebäuden. Oft sieht man kleine, alte Häuser, die manchmal auch kurz vorm Verfallen sind, nebenan sind große, neue Häuser und wieder gleich daneben befinden sich hochmoderne Wolkenkratzer.
Mit der S-Bahn bin ich etwas außerhalb der Stadt zu den Batu-Höhlen gefahren. Die Höhlen beherbergen mehrere Hindu-Tempel und werden von heiligen Affen bewohnt. Um zu den Höhlen zu gelangen muss man zuerst 272 steile Stufen hinaufgehen. Die Affen laufen übrigens zwischen den Besuchern herum und greifen auf der Suche nach Futter auch gerne mal ganz dreist in Handtaschen hinein.
Beim Besuch des Nationalmuseums gab es allerlei Interessantes zu erfahren über die Geschichte von Malaysia. Die Steinzeit und darauffolgenden frühen Epochen waren nicht recht anders als bei uns. Es wurden auch in dieser Gegend ähnliche Funde gemacht wie bei uns. Für mich wieder einmal ein Zeichen wie gleich wir Menschen uns auf der ganzen Welt eigentlich sind. Weiter geht es dann in der Geschichte mit den ersten Königreichen, wobei besonders Malakka durch den Handel mit Gewürzen von großer Bedeutung war. Dann kam die Kolonialzeit in der Malaysia von den Portugiesen, gefolgt von den Holländern und schließlich von den Briten beherrscht wurde. Im letzten Teil des Museums erfährt man vom „Malayan emergency“, dem 12-jährigen Ausnahmezustand im Kampf gegen den Kommunismus, und dem modernen Staat Malaysia, wo heute in einer konstitutionellen Monarchie und einem demokratischen Parlament regiert wird.
In „Little India“, dem vorwiegend indisch bewohnten Stadtteil von Kuala Lumpur, habe ich mir einmal, nachdem es mir vorher empfohlen wurde, eine Straßenküche um Mittag zu essen gesucht. In einer Seitenstraße bin ich fündig geworden. Eigentlich hat der Ort gar nicht recht zum Essen eingeladen. Die Umgebung sah relativ schäbig aus. Aber ich habe lange nicht mehr so günstig und so gut gegessen wie dort. Typisch indisch bin ich halb abgebrannt beim Essen, so scharf war es, aber wirklich unglaublich gut. Danach bin ich noch zum indischen Friseur und habe mir für Lau meinen Bart stutzen lassen.
Gesamt hat das Essen in Malaysia Ähnlichkeiten mit dem in Indonesien. Speziell habe ich in Kuala Lumpur Nasi Lemak (Reis in Kokusnussmilch, traditionellerweise mit Gurkenscheiben, gerösteten Erdnüssen, getrockneten Sardellen und einem hartgekochten Ei als Beilagen dazu), das zwar etwas komisch riecht, aber sehr gut schmeckt, und Char Keow Teow (Reisnudelgericht) probiert. Kann beides nur sehr empfehlen. Zum Trinken empfiehlt sich übrigens Tiger Beer aus Singapur.
In „Chinatown“, dem chinesischen Viertel, durfte ein Besuch des Marktes in der Petalingstreet nicht fehlen. Dort bekommt man alles an Designerwaren was das Herz begehrt. Bloß ist sicher nichts echt von den Handtaschen, Brillen und sonstigen Stücken.
Die absoluten Highlights in Kuala Lumpur waren sicher der Menara Kuala Lumpur und die Petronas Twin Towers. Der Menara Kuala Lumpur ist der höchste Fernsehturm Malaysias und der siebtgrößte Fernsehturm der Welt. Vom Besucherdeck kann man einen 360° Rundumblick über die Stadt erleben.
Die Petronas Twin Towers waren bis 2004 das höchste Gebäude der Welt und schon Drehort einiger Hollywoodfilme. Da es gar nicht so leicht ist Tickets für einen Besuch zu bekommen, habe ich es besonders genossen vom Besucherdeck im 86 Stockwerk auf die Stadt zu blicken und auf der Skybridge zwischen den Türmen in 172 m Höhe zu gehen.
Auch einige religöse Stätten habe ich mir angesehen, wie den Sri Mahamariamman, einen indischen Tempel, und die Nationalmoschee. Es sehr erstaunlich wie viele Religionen und Kulturen hier friedlich nebeneinander existieren. Zum Islam fällt auf, dass je weiter weg von Saudi Arabien man kommt, desto weniger streng der Islam genommen wird. Trotz des Ramadans war es in Kuala Lumpur und auf meiner gesamten Reise durch diese mehrheitlich islamischen Länder problemlos auf der Straße zu trinken, essen und rauchen. In Abu Dhabi ginge das nicht so einfach.
In der kurzen Zeit hatte ich leider nur Zeit die Hauptstadt selbst zu besichtigen. Manchmal habe ich mich aber natürlich gefragt, wie es wohl weiter außerhalb aussieht und ob dort auch alles so modern ist, oder doch eher Armut vorherrscht. Ein Grund um nochmal in die Gegend zu kommen und auch dies herauszufinden...