Bali - Sanur
Gleich nach der Ankunft in Bali wird man mit einem der größten Probleme auf der Insel konfrontiert: Dem Verkehr. Es ist fast nicht zu glauben, wie viel Verkehr es auf so einer kleinen Insel geben kann. Alles ist mobil, viele mit Mopeds. Man glaubt auch gar nicht, was man mit einem Moped alles transportieren kann: Von sperrigen Gütern bis 4-köpfigen Familien. Zuerst wäre ich beinahe auf der falschen Seite des Transferbusses eingestiegen, da hier Linksverkehr herrscht. Die ca. 15 km lange Fahrt nach Sanur hat über eine Stunde gedauert, da auf Grund einer Baustelle ein wahnsinns Stau geherrscht hat.
In meiner ersten Unterkunft, Keke’s Homestay, bin ich sehr freundlich empfangen worden. Generell sind die Leute auf Bali sehr freundlich. Das Zimmer war recht schlicht und einfach, aber da ich nicht vor hatte viel Zeit darin zu verbringen, war es genau recht.
Bali ist ja quasi der Ballermann der Australier. Besonders im Süden, vor allem in Kuta, ist die Hölle los und eine Bar nach der anderen. Auch in Sanur mangelt es nicht an Bars und Restaurants. Oft stehen vor den Lokalen hübsche Damen und laden ein hineinzukommen. Den Straßen entlang stehen auch viele Männer, die sich als Fahrer und Touristenführer anbieten. Manchmal sind es so viele, dass es schon fast etwas nervig werden kann.
Das indonesische Essen ist sehr lecker. Von Mee Goreng (Gebratene Nudeln) über Nasi Goreng (Gebratener Reis) bis hin zu Gado-gado (Gemüsesalat mit Erdnusssauce) habe ich einiges an einheimischen Speisen probiert. Manchmal bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen, da vieles sehr scharf zubereitet wird.
Abends bin ich dann in eine australische Sportbar gegangen auf ein Gute-Nacht-Bier. Übrigens ist das einheimische Bintang Bier ziemlich gut. Bei dem einen blieb es nicht, da ich mit der Kellnerin ins Reden kam und dort hängen blieb. Es war schon sehr interessant zu erfahren, dass sie gerade mal 80 USD im Monat verdient und dafür schon extra aus ihrer Heimat in Sumatra nach Bali gekommen ist. Eigentlich unglaublich, wenn man bedenkt, dass unsereiner beim Fortgehen schnell mal soviel an einem Abend ausgibt.
Am nächsten Morgen ging es dann mal nicht mit Tauchen los. Mein erster Tauchgang wurde leider kurzfristig abgesagt. Also habe ich mir die Zeit etwas am Strand vertrieben.
Am Nachmittag kam ich dann zu meinem ersten Tauchgang beim House Reef (7,7 m, 51 min). Leider war der enttäuschend. Bei minimaler Sicht und starker Strömung waren die Impressionen relativ bescheiden. Dafür wurden wir aber auf dem Rückweg mit dem Boot belohnt, als wir einen Buckelwahl sichten konnten. Ein angeblich extrem seltenes Ereignis so nahe an der Küste.
Am zweiten Tag in Sanur bin ich dann schon früh zum Mantapoint aufgebrochen. Im Vorfeld hatte ich etwas Bauchweh beim Buchen, da dieser Tauchtrip doch um einiges teurer war als alle anderen. Hätte ich keinen Manta gesehen, wäre ich sauer gewesen. Doch meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Beim Tauchgang beim Mantapoint (13,1 m, 52 min) habe ich unglaublich viele große und schöne Mantas gesehen. Ich weis nicht wie viele genau, denn irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Der zweite Tauchgang bei Toyo Patah (22,1 m, 54 min) war mein erster Strömungstauchgang. Hier sind wir regelrecht über die Korallenfelder hinweggeflogen.
Abends hat mich die Kellnerin vom Vorabend in eine andere Bar zum Billiard spielen eingeladen. Wir und noch dazu eine Freundin von ihr sind dorthin auf einem Moped gekommen. Alle drei auf einem! Natürlich ohne Helm, was sonst. Auf dem Weg ist uns rechtzeitig eine Polizeikontrolle aufgefallen. Ich bin mir sicher, dass die Polizisten uns gesehen haben. Aber wir sind dann einfach abgestiegen und die Freundin ist alleine weitergefahren. Dann sind wir zu zweit bis 50 m nach dem Kontrollposten zu Fuß gegangen, wieder aufgestiegen und weitergefahren. Zu Hause undenkbar, aber hier geht es nicht so genau. Alles kein Problem!
Am letzten Tag in Sanur bin ich nochmal beim House Reef getaucht (8,5 m, 49 min und 8,9 m, 35 min). Auch diesmal war dieser Tauchplatz wieder etwas enttäuschend. Leider konnte ich nicht mehr umbuchen, da sonst schon alles voll war. Also das House Reef in Sanur kann ich wirklich keinem empfehlen.
Zur gleichen Zeit haben mein Arbeitskollege Markus und seine Frau Kadek, die aus Bali stammt, auf Bali Urlaub gemacht. So hat Kadeks Bruder mir dann als Fahrer gedient und mich am Nachmittag nach Ubud gebracht, wo ich mich mit Markus und Kadek getroffen habe. Wir haben dort gemeinsam gegessen und die beiden haben mir dann die Stadt, unter anderem auch den Affenwald, gezeigt. Dann ging es weiter zu meinem nächsten Aufenthaltsort.