Bali - Padang Bai
Nach meiner Ankunft in Padang Bai bin ich in die Sunshine-Bar, wo ich gleich zufällig den Leiter meiner Tauchbasis kennengelernt habe. Christian aus Deutschland. Lange bin ich keinem Menschen begegnet, der so ausgeglichen und locker ist. Er ist schon acht Jahre in Bali, die letzen fünf durchgehend. Nächstes Jahr fliegt er wieder einmal kurz nach Hause, hat er mir erzählt. Denn wenn er die verbissenen Gesichter der Leute daheim in der S-Bahn sieht, gibt ihm das sofort wieder Motivation ein einfaches Leben auf Bali zu führen. Es ist generell interessant wie vielen Leuten man begegnet, die daheim ihren sicheren Job an den Nagel hängen und hier her kommen, um scheinbar ein Leben ohne die Sorgen der westlichen Welt zu führen.
Am nächsten Tag ging es wieder früh los zum Wrack der USAT Liberty nach Tulamben. Die USAT Liberty wurde nach einem Torpedotreffer im 2. Weltkrieg in Bali auf den Strand gesetzt. Beim Ausbruch des Vulkans Agung 1963 rutschte das Wrack vom Strand ins Meer. Bei zwei Tauchgängen (26,8 m, 48 min und 19,5 m, 62 min) haben wir das Wrack, das mittlerweile schon sehr verfallen und von Korallen bewachsen ist, besichtigt.
Auf der Heimfahrt haben wir einen kurzen Fotostop eingelegt, um die Aussicht und vor allem die Reisfelder zu bewundern, die vielerorts in Terassenform angelegt sind.
Am zweiten Tag bin ich direkt in Padang Bai getaucht. An dem Tag durfte ich übrigens mit meinen zwei bezaubernden Tauchguides alleine tauchen. Bei Tanjungsari (16,5 m, 37 min) gab es Weißspitzenriffhaie und Sepien zu sehen. Bei teils starker Strömung konnte ich wieder über die Korallenfelder fliegen. Manchmal sehr anstrengend, wenn man an einer Stelle bleiben will, um sich etwas genauer anzusehen. Bei meinem letzen Tauchgang bei Japung (20,8 m, 61 min) gab es einige versenkte Steinblöcke und auch eine Schildkröte zu sehen.
Am Nachmittag hat mich dann Kadeks Vater durch die Gegend gefahren. Dabei habe ich mir den Wasserpalast Taman Ujung angesehen. Der Palast wurde als Empfangs- und Erholungsgelände für den König angelegt. Heute wird er oft von Paaren genutzt, um Hochzeitsfotos zu machen.
Nachdem ich mir dann eine für Bali bekannte Bakso-Suppe gegönnt hatte, sind wir weiter zu einem zweiten Wasserpalast: Tirtagangga. Auch dieser dient als Erhohlungsgelände und hier kann man sogar baden gehen.
Später sind wir dann noch etwas durch das Hinterland gefahren. Außerhalb des Tourismus findet in Bali ein ganz einfaches Leben statt. Überall sieht man kleine Dörfer mit ganz schlichten Häusern. Viele sind in der Landwirtschaft tätig. Oft sieht man auch Leute, die Güter auf dem Kopf tragen. Aber ein paar Dinge sind wohl auf der ganzen Welt zu sehen: Satellitenschüsseln auf den Hausdächern und Kinder, die Fußball spielen.
Da Bali sehr von Hinduismus geprägt ist, sieht man rund um Bali immer wieder hinduistische Verbrennungszeremonien. Die Toten werden dabei in einen Begräbnisturm gegeben und mitsamt dem Turm verbrannt. Die Seele soll dann mit dem Rauch in den Himmel aufsteigen und die Asche wird von der Familie dem Meer übergeben.
An meinem letzten Abend hat mir ein Einheimischer auf der Suche nach einem Bankomaten geholfen und dabei einen Satz zu mir gesagt, der mich noch lange nachdenklich gemacht hat: „Danke, dass sie in Bali waren. Sie haben jemandem Arbeit gegeben.“ So etwas hört man nicht jeden Tag.
Am letzten Tag, auf der Fahrt zum Flughafen, habe ich noch eine Manufaktur besucht, wo Schnitzereien aus Hibiskusholz hergestellt werden, und ein paar Reisemitbringsel gekauft.